Die Ratings und Weltranglistenpositionen in diesem Artikel stammen aus der Zeit vor unserem Ranking-Update vom 25. Oktober 2026. Aktuelle Werte finden sich auf der jeweiligen Vereinsseite.
Das Wichtigste in Kürze: Inter ist nach Rating das beste Team der Serie A und die Nummer 15. unserer Weltrangliste – geht im San Siro also als klarer Favorit ins Spiel. Die Fiorentina steht auf Rang 18., belegt im Rating aber Platz 13.: Ihren Chancen nach hätten sie rund 9 Punkte verdient gehabt statt vier, und schon in der Vorsaison blieben sie hinter ihren Werten zurück.
Auf den ersten Blick wirkt diese Paarung wie ein ungleiches Duell – und die Tabelle unterstreicht das. Inter führt die Serie A mit 19 Punkten aus sieben Spielen an, punktgleich mit Lazio und dank der besseren Tordifferenz vorn. Die Fiorentina ist mit vier Punkten, einem Sieg, einem Unentschieden und fünf Niederlagen Tabellen-18. Sonntagmittag im San Siro, Anpfiff 11:30 Uhr (UK-Zeit), Schiedsrichter Maurizio Mariani. Tabellenführer gegen Drittletzten.
The Beaumont Index stimmt dem nur zur Hälfte zu. Inter steht bei einem Rating von 1625 – mit deutlichem Abstand das stärkste Team Italiens und die Nummer 15 im Index-Weltranking unter 3.848 Klubs. Die Überraschung ist die Fiorentina: Im Rating belegt sie Rang 13 von 20, nicht Platz 18. Das ist zwar kein großes Lob, aber meilenweit entfernt von Abstiegsform. Die Kluft zwischen diesen beiden Zahlen erzählt die Geschichte ihrer bisherigen Saison – und macht dieses Spiel so sehenswert.

Fiorentina: Eine schwache Saison, die noch schlechter wirkt
Beginnen wir mit den Zahlen. Paolo Vanolis Team hat sich in sieben Ligaspielen Chancen im Wert von rund 8,9 Expected Points erspielt. Geholt hat es vier. Dieses Defizit von 4,9 Punkten ist das viertgrößte der Serie A – hinter Monza, Bologna und Juventus. Und das ist nicht neu: Bereits in der vergangenen Saison schloss Florenz 6,4 Punkte unter dem ab, was die Chancen hergegeben hätten. Eine Saison voller Pech ist statistisches Rauschen. Zwei in Folge werfen die Frage auf, ob mehr dahintersteckt: die Chancenverwertung, die Torhüterleistung oder die fatale Angewohnheit, genau die eine entscheidende Chance des Gegners zu kassieren.
Die einzelnen Partien verdeutlichen das noch besser als die Gesamtzahlen. Die Fiorentina verlor zu Hause mit 0:3 gegen Frosinone, erspielte sich dabei aber 2,95 zu 1,37 Expected Goals. Gegen den Torino gab es ein 1:2 im eigenen Stadion bei 1,67 zu 0,83. Am vergangenen Wochenende verlor man zu Hause mit 1:3 gegen Como – ein Spiel, in dem Florenz 2,66 xG verbuchte, auch wenn Como auf noch mehr kam. Über die gesamte Saison hatten sie in drei von sieben Spielen die besseren Chancen als der Gegner, gewannen davon aber nur ein einziges: das 4:2 bei Venezia.
Schuldlos sind sie keineswegs. Die 0:4-Niederlage bei der Roma war genau das, wonach sie aussah: 0,40 zu 3,13 Expected Goals. Zudem wechselt ständig die Grundordnung. Die Spieldaten verzeichnen drei unterschiedliche Formationen in sieben Ligaspielen: ein 4-1-4-1, ein 4-3-3 und das 4-2-3-1, das gegen Como begann. Das zeugt von einem Trainer, der seine Mannschaft noch sucht. Gegen Como stand David de Gea im Tor; Pietro Pongračić und Radu Drăgușin bildeten die Innenverteidigung; davor agierten Nicolò Fagioli und Cher Ndour; Franco Mastantuono, Pote und Njie spielten hinter Pellegrino in der Sturmspitze.
Über die gesamte Saison kommt die Fiorentina auf durchschnittlich 1,90 Expected Goals pro Spiel und lässt 1,84 zu. In der Vorsaison lagen diese Werte bei 1,43 und 1,50. Sie erspielen sich etwas mehr als früher und lassen hinten auch etwas mehr zu. Das ist das Profil eines Mittelfeldklubs in einer handfesten Krise – nicht das einer Mannschaft, die auf Rang 18. gehört.

Inter: dieselbe Grundordnung, mehr von allem
Das Inter von Cristian Chivu ist das genaue Gegenteil dieser ganzen Verunsicherung. Die Spieldaten weisen in jedem ihrer sieben Ligaspiele ein 3-5-2 aus. Das Personal rotiert leicht. Die Grundordnung bleibt. Die Elf, die am vergangenen Samstag mit 3:1 in Bologna gewann, las sich so: Josep Martínez; Yann Bisseck, Manuel Akanji, Alessandro Bastoni; Luis Henrique, Nicolò Barella, Piotr Zieliński, Petar Sučić, Federico Dimarco; Marcus Thuram und Francesco Pio Esposito. Die Tore erzielten Thuram, Carlos Augusto und Bonny.
Die 0:4-Klatsche bei der Roma spiegelte das Geschehen exakt wider: 0,40 zu 3,13 Expected Goals.
Inter ist nach Rating Italiens stärkstes Team und weltweit die Nummer 15. Die Fiorentina steht auf Rang 18, nach Rating jedoch auf 13 – und die Kluft…
Der Preis dafür wird am anderen Ende des Platzes fällig. Inter kassierte bereits neun Gegentore und lässt 1,4 Expected Goals pro Spiel zu – letzte Saison waren es 0,99. Napoli erspielte sich im San Siro einen xG-Wert von 2,63 und verlor dennoch mit 2:3. Die einzigen Punkte ließ Inter beim 2:2 gegen die Roma liegen. International wurde ihnen dieselbe defensive Anfälligkeit zum Verhängnis: eine 3:4-Heimpleite gegen den FC Brügge am 13. Oktober. Am Mittwoch zeigten sie sich kompakter und schlugen Schachtar mit 1:0.
Zudem neigt Inter dazu, die eigenen Zahlen zu übertreffen. Sie stehen bei +3,4 Punkten im Vergleich zu dem, was ihre Chancen hergegeben hätten, und lagen letzte Saison bei +4,3. Zwei Spielzeiten in Folge sprechen für ein klares Muster, nicht für Glück – und die Erklärung liegt auf der Hand: der Sturm. Thuram und Lautaro Martínez stehen bei jeweils vier Ligatoren, und Inter verfügt über Angreifer, die selbst Halbchancen verwerten.
Die Historie: Inters Duell – mit einer bösen Erinnerung
Inter gewann vier der letzten sechs Ligaspiele bei einem Remis und einer Niederlage. Die jüngste Begegnung endete im März mit einem 1:1 in Florenz. Davor feierte Inter im vergangenen Oktober einen 3:0-Heimsieg im San Siro. Die einzige Pleite datiert vom Februar 2025 – ein 0:3 in Florenz, das in dieser Bilanz wie ein Fremdkörper wirkt, ehe Inter vier Tage später in Mailand mit 2:1 die Oberhand behielt. Und im September 2023 gab es im San Siro ein deutliches 4:0 für Inter.

Direkte Vergleiche sind im Fußball nur bedingt aussagekräftig. Spieler wechseln, Trainer kommen und gehen, und sechs Spiele sind eine winzige Stichprobe. Doch sie verraten, mit welchem Selbstverständnis die Teams den Rasen betreten – und Inter rechnet fest mit einem Sieg.
Wo das Spiel entschieden wird
Der Blick richtet sich auf die Außenbahnen. Inters 3-5-2 schöpft seine Breite vor allem über Dimarco links und Luis Henrique rechts, und die Außenverteidiger der Fiorentina müssen entscheiden, ob sie herausrücken oder die Linie halten. Inters Doppelspitze stellt zudem sicher, dass eine Viererkette permanent gebunden ist. Sollte Florenz erneut mit einer Viererkette auflaufen, müssen sie Thuram und Esposito – oder Lautaro, falls er beginnt – isolieren, ohne Barella und Sučić Räume für Tiefenläufe anzubieten.
Für die Fiorentina führt der Weg über das, was fast die gesamte Saison über funktionierte: den Ball zu Mastantuono und den nachrückenden Spielern bringen und die Chancen endlich eiskalt nutzen. Chancen kreieren sie schließlich. Das Problem war die ganze Saison über die letzte Konsequenz – in beiden Strafräumen. Inters Defensive wirkte zuletzt verwundbar. Brügge traf viermal, Napoli zweimal, Udinese dreimal. Das San Siro ist in dieser Spielzeit nicht die gewohnte Festung.
Auch die Belastung spielt eine Rolle. Inter war am Mittwochabend im Europapokal im Einsatz und muss am Sonntag bereits zur Mittagszeit ran. Chivu rotierte die gesamte Spielzeit über innerhalb derselben Grundordnung, und dieses feste System erleichtert die Rotation enorm: Ein frischer Schienenspieler übernimmt nahtlos eine Rolle, die er in- und auswendig kennt.

Das Urteil
Beim Rating beträgt der Abstand 208 Punkte, was auf neutralem Platz etwas mehr als einem Tor Vorsprung pro Spiel entspricht – und dieses Spiel findet nicht auf neutralem Platz statt. Laut dem Index ist Inter klar die bessere Mannschaft: zu Hause gegen einen Gegner in der Dauerkrise. Dafür braucht man kein Datenmodell.
Was das Modell jedoch liefert, ist die Warnung, die Fiorentina vorschnell als Abstiegskandidaten abzustempeln. Ihre zugrundeliegenden Zahlen entsprechen eher einem Team aus der unteren Tabellenhälfte – vom Pech zweier Spielzeiten verfolgt und mit instabiler Grundordnung. Solche Mannschaften bleiben selten auf Rang 18. hängen. Wenn die Wende gelingt, dann in Spielen, in denen sie genügend kreieren und ihre Chancen endlich verwerten. Der Sonntag ist ein denkbar schweres Pflaster für einen Befreiungsschlag, aber den Zahlen nach ist die Fiorentina deutlich besser als ihre mageren vier Punkte.
FAQ
Wann spielt Inter gegen Fiorentina?
Sonntag, 25. Oktober 2026, 11:30 Uhr britischer Zeit, im San Siro. Der Schiedsrichter ist Maurizio Mariani.
Ist die Fiorentina wirklich so schlecht wie ihr Tabellenplatz?
Nein. Sie stehen mit vier Punkten auf Platz 18., doch anhand ihrer herausgespielten und zugelassenen Chancen hätten sie rund 8,9 Punkte verdient gehabt, und der Index führt sie auf Rang 13. von 20 in der Serie A.
Wie ist die Bilanz von Inter gegen die Fiorentina?
Inter gewann vier der letzten sechs Ligaspiele bei einem Remis und einer Niederlage. Die jüngste Begegnung endete im März 2026 mit einem 1:1 in Florenz.