Die Ratings und Weltranglistenpositionen in diesem Artikel stammen aus der Zeit vor unserem Ranking-Update vom 25. Oktober 2026. Aktuelle Werte finden sich auf der jeweiligen Vereinsseite.
Das Wichtigste in Kürze: PSG und Lyon stehen punktgleich bei 14 Zählern, doch Paris wird um rund 0,9 Tore pro Spiel stärker eingestuft und genießt Heimrecht. In unserem Weltranking liegt PSG nur auf Platz fünf, weil die Ligue 1 schwächer einzustufen ist als die Premier League. Im nationalen Vergleich dominiert Paris die eigene Liga allerdings deutlicher als Arsenal oder Manchester City die englische.
Das Duell Paris Saint-Germain gegen Olympique Lyon war eigentlich als Sonntags-Topspiel angesetzt. Wegen der Sicherheitslage rund um die Samstagsdemonstrationen in Paris wurde die Partie im Parc des Princes auf Montag, 20:30 Uhr (MEZ), verlegt. Der zusätzliche Tag verschafft beiden Kadern eine kleine Verschnaufpause. Er lindert jedoch weder PSGs Personalsorgen, noch ändert er etwas am Kern dieser Begegnung: Zwei Klubs stehen nach sieben Spielen punktgleich bei 14 Zählern da – doch in unseren Ratings trennt sie fast ein ganzes Tor pro Spiel.
Diese Vorschau beantwortet auch eine Frage, die uns Leser seit der Veröffentlichung unserer Weltrangliste gestellt haben: Wenn PSG für viele die beste Mannschaft Europas ist – warum führt The Beaumont Index die Pariser dann nur auf Platz fünf?
Warum PSG weltweit auf Platz fünf liegt
Unsere Ratings erfassen jeden Verein auf einer einheitlichen Skala: Tore pro 90 Minuten, die ein Team besser oder schlechter ist als ein durchschnittlicher Klub aus Europas Top-5-Ligen. Zwei Faktoren fließen in diesen Wert ein: Erstens, wie weit sich ein Klub von der eigenen Liga abhebt. Zweitens, wie stark diese Liga im internationalen Vergleich dasteht – was wir anhand jedes ligafremden Duells inklusive der Europapokalspiele ermitteln.
Beim ersten Faktor ist PSG herausragend: Die Pariser sind 1,22 Tore pro Spiel besser als ein durchschnittlicher Ligue-1-Klub. Zum Vergleich: Arsenal ist um 0,90 Tore besser als ein durchschnittlicher Premier-League-Verein, Manchester City um 0,64. Von den sechs am höchsten bewerteten Klubs dominieren nur Bayern München (1,63) und Barcelona (1,46) ihre Ligen noch deutlicher.
Beim zweiten Faktor verliert PSG allerdings an Boden. Die Premier League wird nach unseren Daten um rund 0,80 Tore pro Spiel stärker eingestuft als die Ligue 1 – basierend darauf, wie die englischen Klubs im direkten Vergleich mit dem Rest Europas abschneiden. Ein Tor und ein Viertel besser zu sein als Lens, Lyon und Marseille, ist eine enorme Leistung. Es ist jedoch nicht dasselbe, wie Woche für Woche um ein Tor und ein Viertel besser als Brighton, Liverpool und Chelsea zu sein.

Seit dieser Woche berücksichtigen wir auch die individuellen Resultate jedes Klubs auf internationaler Bühne, nicht mehr nur die seiner Liga. Diese Anpassung hat PSG in unserem Ranking nach oben klettern lassen, da ihre jüngste Bilanz in der Champions League der deutlichste Beleg dafür ist, dass sie besser sind, als es ihre Liga vermuten lässt. Der 4:2-Sieg gegen Barcelona am Dienstag ist Teil dieser Begründung. Unterm Strich steht PSG bei einem Rating von 1691 – Platz fünf der Welt, hinter Arsenal, Bayern, Barcelona und Manchester City und knapp vor Real Madrid.
Ratings bringen immer eine gewisse Unsicherheit mit sich, und PSGs plausibler Korridor reicht von Platz 3. bis 16. Diese Spanne ist ebenfalls aufschlussreich: Ein Verein, der den Großteil seiner Partien in einer Liga mit weniger hochkarätigen Gegnern absolviert, lässt sich schlicht schwerer präzise vermessen. Die Belege dafür, dass PSG zur absoluten Weltspitze gehört, sind stichhaltig. Die Belege dafür, dass sie unangefochten die Besten sind, fehlen bislang.
Ein Tor und ein Viertel besser zu sein als Lens, Lyon und Marseille, ist eine enorme Leistung.

Zudem fällt ihr Rating derzeit. Unserer Trendmetrik zufolge hat PSG um rund 0,45 Tore pro Spiel nachgelassen – und das war noch vor den jüngsten Verletzungen. Khvicha Kvaratskhelia zog sich gegen Barcelona einen Kreuzbandriss zu und wird voraussichtlich monatelang ausfallen. Ousmane Dembélé und Marquinhos plagen Oberschenkelverletzungen, und Nuno Mendes fehlt mit Muskelproblemen. Berichten aus Frankreich und Großbritannien zufolge werden alle vier das Montagsspiel verpassen. Zusammen standen sie in den meisten Topspielen dieses Herbstes in der Startelf; das Team von Luis Enrique wird also ein anderes Gesicht haben.
PSGs Saison: Verdient, nicht glücklich
PSG holte 14 Punkte aus sieben Ligaspielen, und ihre Leistungen waren 1,94 Punkte pro Partie wert – nahezu exakt ihr tatsächlicher Schnitt von 2,00. Dieses Muster zeigt sich seit Jahren: 2024/25 schlossen sie mit +0,3 Punkten gegenüber den Erwartungswerten ab, 2025/26 mit +2,7. Seit drei Spielzeiten spiegeln PSGs Resultate in der Liga ihre sportliche Leistung unverfälscht wider. Es gibt kein Glückspolster, das sich aufbrauchen könnte.
Ihre Form ist keineswegs makellos. Aus den letzten Ligaspielen stehen ein Remis und eine Niederlage zu Buche, und der 3:1-Sieg über Strasbourg am vergangenen Wochenende wurde durch Mendes' Verletzung teuer bezahlt. Doch der Auftritt gegen Barcelona bewies die Tiefe des Kaders: Lucas Hernández, Vitinha, Fabián Ruiz und Désiré Doué trafen allesamt. Doué war nun in seinen letzten drei Partien erfolgreich.
Lyon: Guter Start mit Rückenwind aus der Vorsaison
Auch Paulo Fonsecas Lyon steht bei 14 Punkten und führt die Tabelle vor dem Wochenende dank der besseren Tordifferenz an. Am vergangenen Sonntag bezwangen sie Nice durch Tore von Pavel Šulc und Tanner Tessmann mit 2:1. In unserem Rating rangiert Lyon bei einem Wert von 1520 – Platz drei in der Ligue 1, Rang 42. weltweit, Tendenz steigend. Ihr Fußball war in dieser Saison 1,83 Punkte pro Spiel wert; ihre Tabellenführung ist also weitgehend verdient.
Die Vorsaison dient als Warnung: 2025/26 schloss Lyon die Spielzeit um +7,2 Punkte über dem Expected-Points-Wert ab – ein gewaltiger Überschuss. In dieser Saison liegen sie nur um +1,2 Punkte vorne, was der Realität ziemlich nahekommt. Lyon ist zu einer Mannschaft geworden, deren Resultate zu ihren Torchancen passen. Das ist ein gutes Zeichen für die Nachhaltigkeit dieses Saisonstarts.

Fonseca rotierte auch am Donnerstag bei der 0:3-Niederlage in der Europa League in Hoffenheim mit Blick auf diese Partie kräftig durch und brachte Steeve Kango und Rémi Himbert zum ersten Mal in dieser Phase von Beginn an. Das zeigt deutlich, wie wichtig Lyon dieses Spiel ist. Keito Nakamura fehlt nach seiner Roten Karte gegen Nizza gesperrt, Lois Openda ist verletzt, und auch Nicolás Tagliafico sowie Mohamed Ouédraogo fallen aus. Šulc ist wegen Knieproblemen fraglich.

Wo das Spiel entschieden wird
PSG wird laut französischen Medienberichten voraussichtlich im gewohnten 4-3-3 auflaufen – mit einer Dreierkette im Angriff um Doué auf links, Ferran Torres im Zentrum und Maghnes Akliouche auf dem rechten Flügel. Das ist eher eine mobile, rotierende Angriffsreihe als ein Sturm mit fester Referenz im Zentrum, die darauf angewiesen ist, dass Vitinha und das Mittelfeld den Ball hoch in der gegnerischen Hälfte halten. Illia Zabarnyi dürfte anstelle von Marquinhos an der Seite von Willian Pacho verteidigen.
Lyons beste Chance liegt im Umschaltspiel. Da Fonsecas Mannschaft voraussichtlich tiefer stehen wird als gegen die meisten Ligue-1-Gegner, ist der Raum hinter den PSG-Außenverteidigern das logische Ziel – vor allem, wenn Achraf Hakimi auf rechts hoch schiebt. Das Tempo von Ernest Nuamah bei Kontern birgt genau die Gefahr, die hier wehtun kann, und Corentin Tolisso sorgt mit seinen Tiefenläufen aus dem Mittelfeld für eine zweite Route zum Torerfolg.
Das Urteil
Nach unseren Daten ist PSG vor Berücksichtigung der Ausfälle etwa 0,9 Tore pro Spiel besser als Lyon, und sie haben Heimrecht. Das ist eine deutliche Lücke zwischen zwei punktgleichen Klubs. Das Fehlen von vier Stammspielern verringert diesen Vorsprung, doch die Tiefe im Pariser Kader hat sich gerade erst beim Sieg gegen Barcelona gezeigt. The Beaumont Index tippt keine genauen Ergebnisse. Er besagt jedoch, dass die Tabelle aktuell ein deutlich engeres Duell suggeriert, als es das fußballerische Niveau rechtfertigt.
Zur übergeordneten Einordnung: PSG ist ein Topteam, liegt auf Rang fünf der Welt und ist der am höchsten bewertete Klub außerhalb Englands, Deutschlands und Spaniens. Sollten sie in der Champions League weiter siegen, wird unsere Gewichtung für internationale Ergebnisse sie noch weiter nach oben spülen – und genau so soll es sein. Ein Ranking muss man sich in Duellen mit den Besten erarbeiten, nicht in Umfragen.
FAQ
Wann spielt PSG gegen Lyon?
Montag, 26. Oktober 2026 um 19:30 Uhr britischer Zeit (20:30 Uhr MEZ) im Parc des Princes. Die Partie wurde aufgrund der Sicherheitslage in Paris von Sonntag verlegt.
Warum steht PSG im Weltranking von The Beaumont Index nur auf Platz fünf?
PSG dominiert die Ligue 1 deutlicher als Arsenal oder Manchester City die Premier League, doch unsere Ratings stufen die Premier League um etwa 0,8 Tore pro Spiel stärker ein als Frankreichs Oberhaus. Die internationalen Ergebnisse werten die Pariser auf; ihre plausible Spanne reicht von Platz drei bis Rang 16.
Welche Spieler fehlen bei PSG und Lyon?
PSG muss auf Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé, Marquinhos und Nuno Mendes verzichten. Lyon fehlen der gesperrte Keito Nakamura sowie die verletzten Lois Openda, Nicolás Tagliafico und Mohamed Ouédraogo; Pavel Šulc ist fraglich.